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Sommerrodelbahnen

Sicher Sommer­rodel­bahn fahren

Abstand halten, rechtzeitig bremsen, bei Nässe langsamer: Die meisten Regeln am Start drehen sich um diese drei Punkte.

Eine Fahrt Schritt für Schritt

  1. Einsteigen

    Am Start erklärt das Personal den Bremshebel. Kinder sitzen vorn, die Begleitperson hinten. Auf Schienenbahnen wird der Gurt geschlossen.

  2. Hinauf

    Ein Zugseil oder Lift zieht den Schlitten zur Bergstation. Hände und Füße bleiben im Schlitten.

  3. Abstand

    Viele Betreiber verlangen mindestens 25 Meter zum Schlitten davor. Auffahrunfälle sind das häufigste Problem auf diesen Bahnen.

  4. Bremsen

    Vor Kurven rechtzeitig und gleichmäßig bremsen, nicht ruckartig. Bei nasser Bahn wird der Bremsweg deutlich länger.

  5. Aussteigen

    Im Auslauf bis zum Stillstand bremsen, dann zügig aussteigen und die Strecke freimachen.

Abstand: die wichtigste Regel

Viele Betreiber schreiben mindestens 25 Meter Abstand zum Schlitten davor vor, zum Beispiel am Alpsee und in Oberwiesenthal. Der Grund: Die häufigsten Unfälle entstehen, wenn jemand auf einen langsameren Schlitten auffährt. Wer vorn langsamer fährt, sollte trotzdem nicht ohne Grund mitten auf der Strecke stark bremsen.

Bremsen: früh und gleichmäßig

Blauer Schlitten eines Alpine Coasters mit zwei Bremshebeln, abgestellt auf der Schiene
Bob mit zwei Bremshebeln, BodenwerderFoto: DerRaser, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Der Bremshebel funktioniert nicht auf jeder Bahn gleich. Am Start erklärt das Personal, wie er bedient wird. Auf mehreren Bahnen gilt: beide Hände am Hebel. Vor Kurven rechtzeitig bremsen, nicht erst in der Kurve.

Regen und nasse Bahn

Bei Nässe verlängert sich der Bremsweg deutlich. Die Beförderungsbedingungen in Oberwiesenthal nennen das Zwei- bis Dreifache. Rinnenbahnen schließen deshalb bei Regen meist ganz, Schienenbahnen fahren oft mit Haube weiter, dann aber mit mehr Abstand und weniger Tempo.

Wer die Bahnen prüft

Für Bau und Betrieb von Sommerrodelbahnen gilt seit Februar 2018 die Norm DIN ISO 19202 in zwei Teilen: Teil 1 regelt die sicherheitstechnischen Anforderungen und Prüfverfahren, Teil 2 den Betrieb. Sie hat die frühere DIN 33960 abgelöst. Die Bahnen werden vor dem ersten Betrieb abgenommen und danach regelmäßig von Sachverständigen geprüft, etwa vom TÜV. Wer genau zuständig ist und in welchem Abstand geprüft wird, ergibt sich aus dem Baurecht des Bundeslandes und der Genehmigung der Anlage. Eine bundesweit einheitliche Frist haben wir nicht gefunden.

Was nicht mitfahren darf

Viele Bahnen schließen Hunde und Tiere, Schwangere sowie Taschen, Stöcke und Schirme aus. Am Kolbensattel fahren keine Babys mit. Lose Gegenstände gehören in eine geschlossene Tasche oder bleiben unten.

Quellen: Beförderungsbedingungen Sommerrodelbahn Oberwiesenthal, Alpsee Bergwelt, Kolbensattel (FAQ), DIN Media (DIN ISO 19202-1/-2), geprüft am 7. Oktober 2026.